Barbara Keller-Inhelder
Parlamentsdebatte in 20 Minuten  
13. Februar 2008
Erschienen in: Linth-Zeitung

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Linth Zeitung: Parlamentsdebebatte in 20 Minuten

Rapperswil Kandidierende für den Kantonsrat diskutierten gestern Abend fürs Radio

Das Restaurant Rathaus in Rapperswil wurde gestern kurz zum Parlament. Fünf Kantonsräte und eine Kantonsrätin diskutierten über den Tunnel. Zu hören ist das Ganze heute auf Radio DRS.

Wenns immer so knapp und klar zugehen würde im Parlament wie gestern an den Tischen im «Rathaus», dann würde man wohl staunen. Vielleicht war auch das Radio schuld, das die Gesprächsteilnehmer zeitlich natürlich disziplinierte. Die ursprünglich live geplante Sendung musste aufgezeichnet werden, weil kurz vor Beginn die Leitung nach St. Gallen zusammengebrochen war. Das Gute daran: Die Sendung können nun auch jene hören, die sie gestern verpasst hätten. Heute, um 17.30 Uhr, wird sie im Regionaljournal Ostschweiz gesendet.

Tanja Millius und Pius Kessler moderierten die gut 20 Minuten «Parlamentsbetrieb ». Dabei waren Barbara Keller-Inhelder und Stadtpräsident Benedikt Würth (beide CVP), René Bühler (SVP), Peter Zuberbühler (FDP), Urs Bernhardsgrütter (UGS) und Heinz Brunner (SP). Alle sind oder waren sie Kantonsräte und treten wieder an. Engagiert nahmen sie die Debatte für die Finanzierung der ersten Tunneletappe vorweg.

Das Fazit nach dieser Kurzdebatte ist das folgende: Die erste Etappe des Tunnels kann gebaut werden, die rund 250 Millionen Franken werden gutgeheissen. Die beiden Gegner, Bernhardsgrütter und Brunner, wurden überstimmt. Heinz Brunner, der Stadtsanktgaller, hatte natürlich einen schweren Stand. «Stehen Sie doch einfach einmal eine Viertelstunde an die Strasse», riet ihm Barbara Keller, die den Tunnel als eine nachhaltige und sinnvolle «Investition fast für die Ewigkeit» bezeichnete. Davon würden nämlich zehntausende Verkehrsteilnehmer und Einwohner während vieler Jahre profitieren, sagte sie. Und Benedikt Würth doppelte kraft seines Amtes als Stapi nach: «Ohne den Tunnel kommt die Stadtentwicklung zum Stillstand.»

«Einigkeit» beim Kurztunnel
Peter Zuberbühler, der Gommiswalder, betonte, dass der Tunnel nicht nur für Rapperswil-Jona von grosser Bedeutung sei, sondern für die ganze Region. Denn das Verkehrsproblem strahle ins ganze Linthgebiet aus. René Bühler sprach sich auch für die Realisierung der ersten Tunneletappe aus. «Aber die Probleme sind damit noch nicht gelöst», mahnte er. Auch Urs Bernhardsgrütter wäre dafür, 250 Millionen Franken für die Lösung der Verkehrsprobleme in Rapperswil-Jona einzusetzen, «aber ich würde das Geld anders verwenden». Der öffentliche Verkehr müsse gefördert werden, und zwar massiv. Auch Brunner stiess ins selbe Horn. Am Beispiel der Stadt St. Gallen mit der geplanten Südspange zeigte er, dass seiner Meinung nach solch hohe Investitionen in den Individualverkehr immer nur noch mehr Forderungen nach sich ziehen.

Nur beim Thema «Kurztunnel», wie er schon vor Jahren aufs Tapet gebracht wurde, gab es eine Art Einigkeit. Während Urs Bernhardsgrütter dieser Variante eine gewisse Berechtigung zusprach, konterte Benedikt Würth. «Die erste Etappe ist ja genau dieser Kurztunnel.»

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