Barbara Keller-Inhelder
Männer – Dienstwaffe – Gefahr?  
15. September 2006
Erschienen in: Linth-Zeitung, St. Galler Tagblatt, Obersee Nachrichten

Die Diskussion um die Dienstwaffe nimmt populistische Formen an und die losgetretene Annabelle-Kampagne empfinde ich als ausgesprochen Männer-feindlich: Hier wird jeder Ehemann und Papi als potentieller Mörder hingestellt, dem man nun unbedingt und sofort die Dienstwaffe wegnehmen muss, damit er keine Gelegenheit hat, beim nächsten Streit gleich loszuschiessen! Es wird eine Angst geschürt, welche absurd und dem familiären Klima nun wirklich nicht dienlich ist.

In manchem Medienorgan wird zur Zeit verbreitet, dass Männer und Gewehre grundsätzlich eine Gefahr darstellen. Dazu möchte ich folgendes bemerken: Als aktive Schützin im Schützenverein Jona (auch mit Sturmgewehr im Schrank und einem unbelasteten und sportlichen Verhältnis dazu), die mit zwölf Jahren aus familiärer Tradition bei den Jungschützen begann, kenne ich gerade die Schützen als ausgesprochen korrekte, integre, patriotische und staatstragende Menschen, mit einer starken Zuneigung zu unserer Schweiz, ihrer Bevölkerung und ihren Werten. Gerade deshalb fühle ich mich in dieser Gesellschaft auch so ausgesprochen wohl.

Ich respektiere diejenigen, welche mit der aktuellen Dienstwaffendiskussion tatsächlich Menschenleben retten möchten, nur bin ich selber überzeugt, dass ein Täter, welcher so weit ist, dass er z.B. seine Familie töten will, eine lange Geschichte hinter sich hat, und sich nicht einfach aus einem einfachen Streit zur Tat entschliesst. Er wird seine Handlung damit in jedem Fall begehen, auch ohne Dienstwaffe, wie ja leider aus zahlreichen Beispielen bekannt ist, mit einem Kopfkissen, mit einem einfachen Hammer oder wie so oft mit einem Messer. Auch ein Selbstmörder, der aus dem Leben scheiden will, kann genau so gut aus dem Fenster oder vor einen Zug springen. Die Dienstwaffe kann daher meines Erachtens weiterhin zu Hause bleiben.

Wer morden oder seine Frau bedrohen will, tut das auch wenn keine Dienstwaffe zur Hand ist, mit einer anderen Schusswaffe oder ganz einfach mit einem Messer.

Barbara Keller-Inhelder
Aktive Schützin Schützenverein Jona, Kantonsrätin CVP

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